MBSR empfohlen bei2020-04-22T20:07:27+00:00

MBSR empfohlen bei

MBSR eignet sich insbesondere als unterstützende Maßnahme im Rahmen der Schmerztherapie und bei Depression. Entsprechende wissenschaftliche Studien sind auf der Seite des Berufsverbands einzusehen. https://www.mbsr-verband.de/achtsamkeit/forschung

Schmerz

Die Weltschmerzorganisation International Association for the Study of Pain (IASP) definiert Schmerz als „ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird.”

Schmerz ist überlebenswichtig. Er dient als Warnsignal und hat die Aufgabe, den Körper zu schützen, indem er beispielsweise auf eine Verletzung oder eine drohende Gewebeschädigung hinweist. In der Regel geht dem Schmerz ein Reiz voraus, er ist lokal und zeitlich begrenzt. In diesem Fall spricht man von akutem Schmerz. Wenn Schmerzen aber über einen langen Zeitraum bestehen bleiben und nicht mehr mit einem bestimmten Auslöser in Verbindung gebracht werden können, verselbstständigt sich der Schmerz und kann zur Qual für den Betroffenen werden. Dann spricht man von chronischem Schmerz. Chronischer Schmerz erfordert eine systematische Therapie und ein angemessenes Schmerzmanagement sowohl mit Medikamenten, als auch physikalischer Therapieformen.

Im Rahmen der multimodalen Schmerztherapie werden begleitende Maßnahmen wie die Teilnahme an einem MBSR-Kurs von behandelnden Ärzten zunehmend befürwortet. Gerade das Erleben von chronischem Schmerz führt zu erheblichem Stress. Hier kann durch MBSR eine Verbesserung der Resilienz und damit ein mehr an Lebensqualität erreicht werden. Die Wahrnehmung dessen was im jetzigen Moment ist, führt zu einer differenzierteren Wahrnehmung des Schmerzes an sich, als auch zu der Wahrnehmung dessen, was nicht schmerzhaft, sondern sogar angenehm ist. Indem das unangenehme, schwierige Gefühl angenommen wird, ist es leichter möglich, auch die neutralen oder angenehmen Gefühle wahrzunehmen. Wer durch das MBSR-Training an den Punkt gelangt zu würdigen, das nicht alles schlecht ist, bewertet die eigene Lebenssituation weniger verzweifelt und ist in der Lage sich auch der Lebensfreude neu zu öffnen.

Depression

Eine Depression (Definition WHO) ist eine weit verbreitete psychische Störung, die durch Traurigkeit, Interesselosigkeit und Verlust an Genussfähigkeit, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen gekennzeichnet sein kann. Sie kann über längere Zeit oder wiederkehrend auftreten und die Fähigkeit einer Person zu arbeiten, zu lernen oder einfach zu leben beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall kann eine Depression zum Suizid führen. Milde Formen können ohne Medikamente behandelt werden, mittlere bis schwere Fälle müssen jedoch medikamentös bzw. durch professionelle Gesprächstherapie behandelt werden. Dabei ist es oft die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die zur Anwendung kommt.

Durch die Praxis der Achtsamkeit, entsteht ein neues Verständnis des Selbst und der Faktoren die Leiden verursachen. Leid zu verstehen und die Entstehung am eigenen Körper wie auch der Psyche durch das Training nachzuvollziehen, führt zur Distanzierung von den zirkulären Gedankengängen und ungünstigen Handlungsabfolgen. Im Zuge dieser Entwicklung entsteht mehr Selbstmitgefühl – wir können uns selbstlos zur Seite stehen, so wie wir es auch bei einem guten Freund in einer schwierigen Lebenssituation tun würden. Wir müssen uns nicht mehr so oft verurteilen, mit übermäßiger Härte kritisieren und uns feindselig gegenüberstehen. Und wenn es passiert, werden wir uns dessen frühzeitig bewusst und haben die Wahlmöglichkeit, anders mit uns und der Situation umzugehen. Es ist ein längerer Weg; von der Niedergeschlagenheit zu neuer Lebensfreude zu finden. Auch wenn es nicht sofort geschieht, es geschieht – wissenschaftlich getestet und überprüft.

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