MBSR als Ergänzug zu2020-05-01T20:46:24+00:00

MBSR als Ergänzung zu

Es gibt ein breites Angebot unterschiedlichster Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten. Nachfolgend stellen wir einige der gängigsten vor und warum es sinnvoll sein kann, diese mit MBSR zu kombinieren.

Psychotherapie

Hier gibt es unterschiedliche Therapieformen. Zu den wichtigsten gehören die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologische Psychotherapie/Psychoanalyse.

Verhaltenstherapie: Sich der eigenen Konditionierung bewusst werden und durch Gegenkonditionierung zu einer Verhaltensveränderung zu finden ist hier Thema. Es geht um die Bewusstmachung von Gedanken, den damit einhergehenden Bewertungen und Emotionen, die zu einem besseren Gesamtverständnis der eigenen Verhaltens- und Denkmuster führen. So fällt es leichter, diese zu verändern.

Tiefenpsychologische Psychotherapie/Psychoanalyse: Hier wird Verständnis für die unbewussten Konflikte und Motivationen entwickelt, welche oftmals ihren Ursprung in der Kindheit haben. Durch das Verstehen ist es möglich, diese Konflikte aufzulösen oder abzumildern. Unterschiedliche Problem- und Konfliktkonstellationen zu durchschauen ist hilfreich, um Entwicklungen in der Vergangenheit besser zu verstehen. Es kann auch zu einer Aktualisierung von Mustern kommen, welche dann in neuem Gewand erscheinen. 

Das im Rahmen einer Psychotherapie/Psychoanalyse erlangte Wissen um Ursachen und Entstehung wird noch hilfreicher, wenn es gelingt, mit Hilfe des MBSR den jetzigen Moment als immer wieder neu und immer wieder anders zu erleben. Dies kann das Heraustreten aus den Verhaltens- und Denkmustern sowie das in-Frage-Stellen der eigenen Glaubenssätze ermöglichen. 

Systemische Beratung

Die systemische Beratung kann eine wirksame Methode sein, um Klient*innen zu neuen Sichtweisen auf ihre Situation zu verhelfen. Es wird davon ausgegangen, dass der Schlüssel zur Lösung eines Problems im Menschen selbst liegt und diese z.B. durch zirkuläres Fragen, Ressourcenorientierung sowie hypothetische ziel- und lösungsorientierte Fragen herausgearbeitet werden kann.

Aus Sicht des MBSR ist diese Therapieform eine gute Möglichkeit, um den Kern der Schwierigkeit zu erkunden. Jedoch ist es zu empfehlen, sie mit der Praxis der Achtsamkeit zu verbinden. Dies ist deshalb empfehlenswert, weil die Schwierigkeiten oft eng mit Fragenkomplexen zur persönlichen Identität verbunden sind. Im MBSR erlernen die Kursteilnehmenden hilfreiche Herangehensweisen, um selbstverantwortlich und dem eigenen Tempo entsprechend Lösungen zu erkunden.

Physiotherapie

Die Physiotherapie ist die von Fachtherapeuten ausgeführte, von Ärzten verordnete Therapie des Bewegungsapparates. Die Anleitung, das Bewegungsverhalten zu verbessern und den Körper zielgerichtet zu stabilisieren, ist wesentlicher Bestandteil der Krankengymnastik. Die Manuelle Therapie hingegen hat die Kernkompetenz Funktionsstörungen an den Gelenken mithilfe von Mobilisationen und Impulstechniken zu lösen. Eine professionelle Beratung wie auch die Anleitung zur Eigenverantwortung sind wichtige Bestandteile, die Ziele des Patienten erreichen zu können.

Aus Sicht des MBSR sind diese Angebote sinnvoll, decken jedoch nur einen Teilbereich der Förderung des Wohlbefindens ab. Natürlich ist Bewegung und gute Behandlung immer hilfreich das Stressmanagement zu verbessern, jedoch bleiben der Umgang mit schwierigen Gedanken und Emotionen unberücksichtigt. Hier kann MBSR eine gute Ergänzung für ein besseres Gesamtverständnis der eigenen Lebenssituation sein. Insbesondere die Kultivierung der Gelassenheit, zusammen mit der Fähigkeit genauer hinschauen zu können, reduzieren Stress wie auch den Leidensdruck nachhaltig.

Yoga

Das Yoga, im Sinne der Vereinigung von Geist und Körper. Kommt ursprünglich aus Indien und beinhaltet traditionell neben den körperlichen auch mentale Übungen. Es gibt viele unterschiedliche Yogastilrichtungen. Als Beispiel Hot-Yoga und Hatha-Yoga, welche im westlichen Kulturkreis am häufigsten angeboten werden. Dabei findet zumeist eine Reduktion auf die rein körperlichen Übungen (Asanas) statt.

Im MBSR werden Übungen dem Yoga ähnlich durchgeführt. Der wesentliche Unterschied besteht darin, nur wenige Übungen, welche auch bei Einschränkungen ohne Akrobatik durchführbar sind, langsam und immer im Kontakt zu den eigenen Grenzen mit Respekt und Freundlichkeit zu praktizieren. Die sogenannten achtsamen Bewegungen (mindful moves) verbinden das Bewusstsein für die Gedanken, Emotionen und Empfindungen mit dem Element der Bewegung im Kontakt zur Atmung. Neben dieser Übung gibt es noch zwei weitere Übungen (Bodyscan und Sitzmeditation), welche zusätzlich zu der Verbesserung der körperlichen Beweglichkeit und Kräftigung auch die mentale Stabilisierung und Stärkung verfolgen.

Neurolinguistische Programmierung

Die Neurolinguistische Programmierung steht für verschiedene Kommunikationstechniken zur Veränderung von psychischen Abläufen, die letztlich zu einer veränderten Wahrnehmung führen. Es gibt innerhalb der NLP verschiede Formate, welche je nach Patient und Behandlungssituation Anwendung finden können. Die Wirkung entsteht durch den gezielten Einsatz innerer Bilder, welche durch den Sprache und Vorstellungen verändert werden. NLP wird beispielsweise in der Traumatherapie eingesetzt, oder auch bei Angststörungen. Der wissenschaftliche Nachweis zur Wirksamkeit ist nicht gesichert, obschon es viele Patienten gibt, die berichten davon profitiert zu haben. Gerade bei der Behandlung von Traumata berichten Patienten, dass ihnen NLP bei der Bewältigung geholfen hat.

Die NLP kann eine gute Methode (Methodensammlung) sein, um rasch das Leid der Betroffenen zu verringern. Allerdings wirkt es nicht bei jedem gleich gut und so gibt es neben den Menschen, die davon profitieren, auch viele, die dies dauerhaft nicht als nachhaltige Verbesserung des Lebensgefühls (der Ängste, des Leidensdrucks) erleben. Die Teilnahme an einem MBSR-Kurs schafft ergänzend durch die im NLP erreichten Erfolge die Basis für ein selbstwirksames und selbstfürsorgliches Verhalten, das die empfundene Lebensqualität dauerhaft verbessert.

Fantasie-/Traumreisen

Die Fantasie- / Traumreisen sind Techniken zur Entspannung und innerer Ressourcen als auch Lösungsstrategien wie z.B. der Erkundung eines inneren Rückzugsortes. Breiter Einsatz in der Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Pädiatrie/Pädagogik. Oft auch in Kombination mit progressiver Muskelrelaxation und autogenem Training. Anwendungsmöglichkeiten beispielsweise bei Tinitus, Stress und Schmerz.

Generell ist es sehr gut nachvollziehbar, dem was ängstigt und Beschwerden verursacht, entkommen zu wollen. Aber letztlich können wir die schwierigen Erfahrungen nicht vermeiden. Mit MBSR gelingt es, zu erkennen, dass, auch wenn es keinen Weg daran vorbei, es doch einen Weg hindurch gibt. Ein Weg, der zwar gerade anfänglich schwierig ist, mit zunehmender Übung jedoch Raum  zu neuer Lebensfreude eröffnet.

Progressive Muskelrelaxation

Die Progressive Muskelrelaxation bedeutet, durch gezielte Anspannung einzelner Muskelgruppen eine Entspannung herbeizuführen. Gute Wirksamkeit bei Hypertonie, Kopfschmerz, chronischen Rückenschmerzen, Angststörungen, Schlafstörungen und Stress. Langfristig kommt es dadurch zu einer Reduzierung der Muskelspannung. Die Verbesserung der Wahrnehmung hilft mögliche Anspannung früher zu bemerken und die Entspannung aktiv herbeizuführen.

Dies kann eine gute Möglichkeit sein, um schnell zur Entspannung zu finden. Allerdings ist diese Methode, insbesondere im Hinblick auf die Reduzierung von Stress, nur bedingt geeignet, langfristig Erfolg im Selbstmanagement zu haben. Es klingt verführerisch, durch gezielte Anspannung zur Entspannung zu finden. Das mag bei muskulär verursachten Beschwerden zutreffen, doch bei schwierigen Gefühlen und dem Kreisen der Gedanken, sind die mindful moves in Kombination mit Sitzmeditation geeigneter, innere Stabilität zu entwickeln und so das Wohlbefinden zu fördern.

Autogenes Training

Beim Autogenen Training ist das Ziel die Entspannung von innen, welche zunächst durch äußere Reize herbeigeführt wird, z.B. die Stimme des Anleiters oder aber durch die Verwendung von Tonträgern. Durch die Entspannung der Muskulatur des gesamten Körpers kann auch das Gehirn den Weg in die Entspannung finden. Das Verfahren ist eine Form der Selbsthypnose, bei dem durch Autosuggestion eine hypnotischer Bewusstseinszustand erreicht wird.

Das MBSR vermeidet Autosuggestionen. Es gründet eher darauf, mit freundlicher Akzeptanz den jetzigen Moment zu würdigen – so wie dieser gerade ist. Ohne etwas wegzulassen, aber auch ohne etwas hinzuzufügen. Wenn das Training immer mehr die Grundhaltung im Alltag beeinflusst, ist das Verständnis von Leid und Leben ausgeprägt genug, um sowohl die schwierigen Situationen, wie auch die günstigen Situationen anzunehmen und zuzulassen.

Osteopathie

Die Osteopathie verfolgt die Zielsetzung, komplexe Spannungsmuster sowie Beschwerdebilder zu lösen, indem der Körper ganzheitlich erfasst wird. Mithilfe von manuellen Techniken wird der Körper in Richtung Gleichgewicht mobilisiert. Der*die Therapeut*in wendet dazu die parietale, viscerale und cranio-sacrale Therapie an. Ziel ist unter anderem, die Selbstregulation des Körpers zu (re)aktivieren. Dies geschieht durch die Mobilisierung von Bindegewebe, Muskeln, Nerven und Gelenken.

Dem MBSR liegt die Idee zugrunde, selbst zum Experten für das eigene Wohlbefinden zu werden und so, ähnlich wie der Osteopath, die Autoregulation zu fördern. Wobei MBSR weniger manipuliert und mobilisiert, sondern eher das Bewusstsein für die bestehende Situation stärkt.

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